Ralph Gadow

Diplom-Biologe · Immunbiologe
Heilpraktiker · Diplom-Akupunkteur

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Mikrobiologie · Genetik
Biochemie · Neurobiologie

Stille Entzündungen - Silent Inflammation

Apr 15, 2020

Silent Inflammation – Wa ist das?


Eine Silent Inflammation ist, wie der Name im Englischen beschreibt, eine stille Entzündung - eine Entzündung, die vom Patienten unbemerkt bzw. vom Arzt undiagnostiziert im Körper abläuft. Eine Silent Inflammation weist meist keine klassischen Entzündungssymptome wie Rötung, Schwellung, Funktionseinschränkung, Fieber oder Schmerzen auf, so dass sie in der Regel unbemerkt auftritt.


Die stille Entzündung wird über einen längern Zeitraum, soweit keine angemessene Behandlung erfolgt, das Immunsystem beanspruchen und viele Organ- und Körper-Funktionen schwächen. Es treten dann Beschwerden auf, die oft diffus sind oder nicht mit der Silent Inflammation in Zusammenhang gebracht werden. Die beständige entzündliche Aktivität des Immunsystems wird dann zu einem Verstärker oder Mitverursacher vieler Erkrankungen oder kann diese begünstigen z. B.:


Arteriosklerose • Asthma • Rheuma • Metabolisches Syndrom • Typ-2-Diabetes • Morbus Parkinson • Chronic Fatigue Syndrom (CFS) • Depressive Verstimmungen / Depressionen • Chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD) • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) • Herz-Kreislauf-Erkrankungen • Schlafstörungen • Adipositas • Chronische Schmerzen (Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen) • Nicht-alkoholische Fettleber (NAFL) • Autoimmunerkrankungen • Infektanfälligkeit • Tumorerkrankungen. • Demenzerkrankungen



Silent Inflammation – Welche Faktoren fördern die Entzündung?


Jede Entzündung verlangt eine anti-entzündliche Gegenreaktion, damit es nicht zu überschießenden Immunreaktionen kommt. Nach einem überstandenem Infekt zum Beispiel kehren pro-entzündliche und anti-entzündliche Faktoren wieder auf ihr Ausgangsniveau zurück.


Bei einer stillen Entzündung ist das anders, da der pro-entzündliche Zweig des Immunsystems ständig eine anti-entzündliche Gegenreaktion erfordert. Das Immunsystem gerät aus dem Gleichgewicht und kann über- oder unterreagieren. Im Falle einer Überreaktion lösen die andauernden entzündlichen Reize chronische Erkrankungen wie z.B. Autoimmunerkrankungen, Arteriosklerose und das Metabolische Syndrom aus. Die Erkrankungen geben laufenden Entzündungen immer weiter Vorschub.


Reguliert das Immunsystem jedoch als Antwort auf die andauernden Entzündungsreize stark herunter, kippt die Immunabwehr auf die andere Seite: Die Immuntoleranz steigt an und das Immunsystem reagiert nicht mehr effektiv. Notwendige Abwehrreaktionen bleiben aus, Infektionen können chronisch werden und auch die Tumoranfälligkeit steigt.



Silent Inflammation – Diagnostik und Therapie


Um einer Silent Inflammation zu identifizieren, sollten verschiedene Laboruntersuchungen durchgeführt werden, die u.a. eine Messung der Entzündungsbotenstoffe umfassen – im Blut, im Urin, im Stuhl.


Auch eine Untersuchung der Darmgesundheit kann in diesem Zusammenhang von Bedeutung sein. Die Darmschleimhaut stellt mit ca.400 qm die größte Oberfläche des Körpers dar. Sie hat bei der Abwehr von Infekten und Entzündungen hohe Relevanz, ist jedoch häufig ein Ort der Entzündung, auch der Stillen Entzündung, der Silent Inflammation.


Zur Behandlung der Silent Inflammation bedarf es einer individuellen anti-entzündlichen Strategie. Das individuelle Therapiekonzept resultiert aus vorhanden ärztlichen Befunden, den Befunden der Labordiagnostik, vorliegenden Grunderkrankungen und den aktuellen Beschwerden. In unserer Praxis in Hamburg werden alle diese Erkenntnisse aus der Perspektive des Heilpraktikers und Immunologen für eine individualisierte Behandlung genutzt.