Ralph Gadow

Diplom-Biologe · Immunbiologe
Heilpraktiker · Diplom-Akupunkteur

Akupunktur

Konzept und Wirkung


Akupunktur ist eine altbewährte Heilbehandlung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), einem seit über 2000 Jahren bewährtem Behandlungssystem und wirkt über eine gezielte Stimulation entsprechender Akupunkturpunkte mit feinsten Nadeln.

Grundsätzlich können fast alle Krankheiten - außer jene die eine chirugische Behandlung benötigen - mit Akupunktur nach Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) behandelt werden. Denn die Indikationen für die Behandlung mit Chinesischer Akupunktur sind vielfältig und werden bereits bei vielen Krankheiten sowie Funktionsstörungen wirksam eingesetzt.

Gerade bei Krankheiten, die mit der Schulmedizin nicht oder nur unbefriedigend zu behandeln sind, gewinnt die Akupunktur zunehmend an Bedeutung. Dementsprechend empfhielt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Behandlung mit Akupunktur bei einer Vielzahl von Indikationen. Hierzu zählen auch akute Erkrankungen und Beschwerden. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass der Behandlungsschwerpunkt der Akupunktur bei chronischen und funktionellen Störungen liegt.

Eine Aufzählung der vielen Krankheiten, die durch Akupunktur geheilt werden können, wäre jedoch irreführend, da Akupunktur den ganzen Menschen behandelt und nicht eine lokale Störung, deren Ursache möglicherweise ganz woanders, als am Ort des Erscheinens zu behandeln ist. Auch wenn zwei Menschen mit der gleichen Krankheit zur Behandlung kommen, werden sie, wenn die Ursachen verschieden sind, unterschiedlich behandelt. Die Akupunktur versucht Ursache und Muster, die hinter einer Krankheit liegen, zu beheben.

Die Akupunktur nach Traditioneller Chinesischer Medizin benutzt rund 400 Akupunkturpunkte, die auf den so genannten Meridianen (Leitbahnen) liegen. Nach dem Modell der Traditionellen chinesischen Medizin wird durch das Einstechen der Akupunkturnadeln der Fluss des Qi (Lebensenergie) beeinflusst.

Die Wirkungen der Akupunktur auf den Körper sind vielschichtig. Wissenschaftlich nachgewiesen werden konnten unter anderem eine positive Beeinflussung des Nerven-, Hormon- und Immunsystems sowie der Durchblutung. Die von den Nadeln ausgehenden Nervenreize hemmen beispielsweise die Weiterleitung von Schmerzsignalen, führen zu einer vermehrten Ausschüttung körpereigener schmerzhemmender Substanzen (Endorphine), wirken mit Hilfe von ausgeschütteten Botenstoffen (Neurotransmittern) auf entfernt gelegene Organe und entspannen das Gefäßsystem, das Bindegewebe und die Muskulatur.


Anwendung

Eine Akupunktursitzung (ohne Diagnosezeit) dauert ca. 30 Minuten, manchmal auch länger, bei Kindern (abhängig vom Alter) max. 20 Minuten. Der Patient sitzt oder liegt ruhig und entspannt. Meistens werden sterile Einmal-Nadeln aus Stahl verwendet, die besonders dünn und fein sind (ca. 0,22 mm dünn). Abhängig von der vorherigen ausführlichen Diagnose, können pro Akupunktur bis zu 15 Akupunkturnadeln, in Sonderfällen auch mehr, verwendet werden. Die Anzahl der Behandlungen richtet sich ebenfalls nach der Diagnose, meist bedarf es ca. 6-10 Akupunktursitzungen.


Gegenanzeigen / Kontraindikationen, Nebenwirkungen und Risiken

Die Akupunktur ist nicht als alleinige Therapie bei schweren, ernsthaften Erkrankungen geeignet. Dennoch kann die Akupunktur häufig auch in diesen Fällen begleitend in Absprache mit dem behandelnden Heilpraktiker oder Arzt eingesetzt werden.

Nicht angewendet werden sollte die Akupunktur bei stark geschwächten Patienten und Kindern unter 12 Jahren;.Auch bestimmte Hauterkrankungen (z. B. Ekzeme) an den lokalen Einstichstellen, Nervenerkrankungen (z. B. Sensibilitätsstörungen), schwere psychische Erkrankungen (z. B. Psychosen) oder Epilepsie schließen in der Regel eine Behandlung aus.

Eine Schwangerschaft gilt – wenn Mutter und Kind gesund sind – nicht mehr als Kontraindikation. Allerdings dürfen bestimmte hormonell wirkende oder wehenstimulierende Punkte nicht behandelt werden.

Im Allgemeinen treten bei sachgemäßer Anwendung kaum Nebenwirkungen auf und durch die Verwendung steriler Einwegnadeln, kann eine Ansteckung mit Infektionskrankheiten ausgeschlossen werden.

Menschen mit sehr niedrigem Blutdruck oder Neigung zu Kollaps sollten sicherheitshalber während der Akupunkturbehandlung - wie häufig ohnehin üblich - liegen und danach eine Weile ruhen. Der Einstich selbst kann unter Umständen leicht schmerzhaft sein, minimal bluten und sich an der Einstichstelle evtl. ein Hämatom (Bluterguss) bilden.


Anwendungsbeispiele (alphabetisch)

Im Jahre 2003 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Liste mit möglichen Indikationen.

Nachfolgend zählen wir nur die Akupunktur-Indikationen aus der WHO-Liste auf, die in unserer Praxis mit der Akupunktur behandelt werden:

Atemwegserkrankungen:

  • Asthma bronchiale
  • Allergien / Atemwegsallergien (Heuschnupfen, Hausstauballergie etc.)
  • Bronchitis und Sinusitis (z.B. bei Infektanfälligkeit)
  • Hyperreagibles Bronchialsystem (überreaktives Bronchialsystem)


Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems:

  • Arthrosen (degenerative Gelenkerkrankung)
  • LWS-Syndrom (Schmerzen in der Lendenwirbelsäule)
  • Myofasziale Schmerzsyndrome (Muskelbinden- und Sehnenschmerz)


Gastrointestinale Erkrankungen:

  • Cholezystitis (Entzündung der Gallenblase)
  • Colon irritabile (Reizdarm / Reizdarm-Syndrom)
  • Colitis ulcerosa (chronische Darmentzündung)
  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  • Hepatitis (Leberentzündung)
  • Hyperemesis (übermäßiges Erbrechen)
  • Magen-Darm-Störungen, funktionell (Magen-Darmbeschwerden ohne organische Ursache / Reizdarm)
  • Morbus Crohn (chronische Darmentzündung)
  • Obstipation (Verstopfung)
  • Ösophagitis (Entzündung der Speiseröhre)
  • Singultus (Schluckauf)
  • Ulcus duodeni (Zwölffingerdarm-Geschwür)
  • Ulcus ventriculi (Magengeschwür)


Gynäkologische Kranlheitsbilder:

  • Dysmenorrhoe (starke Schmerzen vor und während der Menstruation)
  • Schwangerschaftsbeschwerden (Schwangerschaftsübelkeit, Rückenschmerz etc.)
  • Prämenstruelles Syndrom (Beschwerden vor der Menstruation)


Herz-Kreislauf-Erkrankungen:

  • Funktionelle Herzerkrankungen (Herzbeschwerden ohne organische Ursache)
  • Hypertonie (Bluthochdruck)


Neurologische Erkrankungen:

  • Migräne
  • Spannungskopfschmerz
  • Vegetative Dysfunktion (Fehlsteuerung des unbewussten Nervensystems)


Psychiatrische und psychosomatische Störungen:

  • Depressive Verstimmungen, Depression
  • Erschöpfungszustände (chronische Müdigkeit, chronische Erschöpfung, Burnout)
  • Psychovegetatives Syndrom (Beschwerden durch seelisch-nervliche Fehlsteuerung)
  • Schlafstörungen
  • Unruhezustände


Urologische Erkrankungen:

  • Cystitis (Blasenentzündung)
  • Prostatitis (Entzündung der Vorsteherdrüse)
  • Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung)
  • Reizblase
  • Urogenitalbeschwerden ohne organische Ursache (funktionelle Beschwerden)


Akupunktur in der Prophylaxe

Auch die Gesundheitsvorsorge oder besser gesagt die Vorbeugung von Krankheiten ist ein weiterer Schwerpunkt der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der Akupunktur. Der Hauptgedanke dabei ist, bereits im Vorfeld einer manifesten Erkrankung das körperliche und seelische Gleichgewicht herzustellen und den Organismus zu stärken:

Akupunktur zur Vorbeugung von Müdigkeit, Erschöpfung und Burnout, zur Vorbeugung von Infekten sowie zur Vorbeugung von Depressionen oder Migräne-Attacken. Auch zur Prophylaxe von Heuschnupfen wird die Akupunktur genutzt - hier erfolgt die Akupunkturbehandlung bereits im Winterhalbjahr, außerhalb der Zeit des Pollenflugs.